Kleine Beere,
wilde Wirkung

Jakob Mayer ist mit der Elsbeere seit jeher verwurzelt. Schon als kleines Kind half er der Mutter bei der Ernte, heute hat er den Familienbetrieb längst übernommen und ist stets auf's Neue bemüht, Österreichs einmaliger Wildfrucht mehr Bekanntheitsgrad zu verschaffen. Mit dem neu eröffneten Haus der Elsbeere ist das ein Wunsch, der mit jedem Besucher täglich etwas mehr in Erfüllung geht.

Kleine Beere, wilde Wirkung

„Die Hände sind das Werkzeug menschlicher Intelligenz.“

Kleine Beere, wilde Wirkung
Kleine Beere, wilde Wirkung
Kleine Beere, wilde Wirkung
Kleine Beere, wilde Wirkung

„Schon mein Großvater hat die Elsbeere gehegt und gepflegt, stets gegossen und sorgsam nachgepflanzt. Eine Tradition, die meine Eltern weiterführten und die ich heute mit Stolz in eine neue Zukunft geleiten darf.“

Kleine Beere, wilde Wirkung
"Ich habe in Norwegen Tomaten geerntet"
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„Die Hände sind das Werkzeug menschlicher Intelligenz“, sagte einst Maria Montessori. Ein Zitat, das Jakob Mayer täglich lebt. Denn er wusste schon in jungen Jahren, wo seine Leidenschaft Wurzeln schlagen wird. Nach mehreren Aufenthalten im Ausland und Momenten der Rastlosigkeit führte ihn das Schicksal auf den richtigen Weg. Just in dem Moment, als der Mutter der Pensionsbescheid ins Haus flatterte, war Jakob klar: Nun ist es soweit, ich werde den Betrieb in Michelbach in Niederösterreich übernehmen. „Schon mein Großvater hat die Elsbeere gehegt und gepflegt, stets gegossen und sorgsam nachgepflanzt. Eine Tradition, die meine Eltern weiterführten und die ich heute mit Stolz in eine neue Zukunft geleiten darf.“

Jakob war schon immer ein Mensch, der in Bürojobs keinen rechten Sinn für sich erkennen konnte und der in der Landwirtschaft sprichwörtlich aufblühte. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Fachschule für Lebensmitteltechnologie in Pyhra waren die Weichen auch in fachlicher Hinsicht gestellt. „Ich hatte dazwischen verschiedene Jobs, die allesamt gutes Einkommen lieferten und meinen Weitblick schärften, dennoch fühlte ich mich unvollständig. Irgendetwas fehlte.“ Heute kann man wohl sagen, dass das „Wilde“ fehlte.

Österreichs „Wilde“

„Wir haben neben der Wildfrucht der Elsbeere auf unserem Hof natürlich noch Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen und vieles mehr. Aber wir merkten schnell, dass die Elsbeere besonders ist.“ Daher gründete man einen Verein, um deren Bekanntheit zu steigern. Die Geschichte sollte erzählt werden. „Bei uns stehen Bäume, die zwischen 200 und 300 Jahre alt sind. Mein Großvater wusste schon damals, dass der aus den Beeren gewonnene Schnaps ein Allheilmittel ist. Und auch Martin Luthers Frau, so erzählen es die Überlieferungen, bat bei Magenverstimmungen um ein Stamperl. Abgesehen davon schmeckt er gut“, schmunzelt Jakob. Für Neugierige wurde mit dem Haus der Elsbeere in Michelbach ein Verkaufs- und Präsentationsraum geschaffen, der jeden Besucher in die Welt der Frucht eintauchen lässt.

"Die Elsbeere ist kein 08-15-Baum"
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"Solche Glücksmomente sind mir mehr wert als alles Geld der Welt.“

Heimatverbunden aus Überzeugung

Wenn Jakob mit seinem Traktor hinausfährt auf die Wiesen mit den großen Elsbeerbäumen, beginnt man zu verstehen, warum er auf seinen Instinkt vertraute und nicht im Ausland blieb. „Wir haben hier so einen Schatz. Wenn man miterlebt, wie die Bäume wachsen, die man selbst gepflanzt hat, hat man eine Freude im Herzen, die einem niemand mehr nehmen kann. Solche Glücksmomente sind mir mehr wert als alles Geld der Welt.“

350 Beeren für ein Stamperl

Der Jahreskreislauf der Elsbeere bestimmt die Arbeit der Familie Mayer. „Von Januar bis April ist es eher ruhiger und wir können uns auf die Produktion von Schnaps, der Haupterzeugung aus der Elsbeere, konzentrieren. Danach beginnen die Mäharbeiten auf den Wiesen, bevor im August die Erntezeit der Obstbäume beginnt. Die Elsbeere selbst ist als letztes dran. Und erfordert ungeteilte Aufmerksamkeit.“ Angehängt an eine Leiter, die ebenfalls am Baum verschnürt und am Boden mit Rampen befestigt wird, geht es dann für Jakob zehn bis fünfzehn Meter hinauf in die Baumwipfeln. „Dort wird jeder Zweig vor der Knospe bereits für das nächste Obstjahr abgebrochen und jede Beere einzeln gepflückt.“ Ganz schön viel Aufmerksamkeit für die gerademal fingernagelgroße Beere. „Die Ernte ist sehr aufwendig. Mitunter der Grund, warum der Literpreis der fertigen Schnäpse zwischen 300 und 600 Euro gehandelt wird. Für jedes Stamperl werden an die 350 Beeren benötigt, da überlegt man sich jeden schnellen Schluck zweimal.“

Text: Sabine Ertl
Video, Audio und Fotos: Daniel Gollner

Von Milchkühen zur Obstproduktion
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Kontakt

Von den Früchten der Streuobstwiesen brennen die Mayers seit Generationen Edelbrände auf die gleiche Art wie es schon ihre Vorfahren taten. Alle Wiesen und Streuobstwiesen werden biologisch bewirtschaftet. Der Hof besitzt darüber hinaus auch ein Maria Theresianisches Brennrecht.

Haus der Elsbeere - Öffnungszeiten:
Montag - Freitag von 10:00 - 16:00 Uhr Samstag, Sonntag & Feiertage sowie außerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung (siehe unten)

Jakob Mayer
Mayerhöfen 1
3074 Michelbach
Mobil: 0680 2373590
E-Mail: edelbrand@elsbeere.at
Web: www.elsbeere.at

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