Pecher Robert Rendl auf dem Weg zu den Keaföhrenen., © Daniel Gollner

Wenn das große Glück im Pech liegt

Robert Rendl braucht für seine Gesundheit
nur eine Medizin: den Wald.

Das alte Handwerk der Pecherei half Robert Rendl wieder zurück ins Leben. Von März bis Oktober sammelt er das Pech der Schwarzföhre in den Wäldern des Piesting- und Triestingtales. 

Er geriet über die Jahre fast vollends in Vergessenheit und nur eine Handvoll an Individualisten bewahrte ihn letztlich vor dem Dornröschenschlaf: der Beruf des Pechers. Dabei hat die Pecherei in Niederösterreich eine traditionsreiche Geschichte, die bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht. Als Hauptdarsteller fungiert niemand geringerer als die Schwarzföhre oder wie die Einheimischen sie nennen, die „Keaföhra“. Sie prägt seit jeher das Landschaftsbild des niederösterreichischen Südens. Diese weitläufigen Wälder wurden einst von Kaiserin Maria Theresia als Nutzwälder angelegt und bildeten lange Zeit durch Pechgewinnung und dessen Verarbeitung die wirtschaftliche Lebensgrundlage vieler Familien der Region. In den siebziger Jahren verschwand der Beruf jedoch zusehends von der Bildfläche, die Pecherei erlebte ihren Niedergang. Aufgrund von Überlieferungen, alten, erhaltenen Rezepturen und dem gesunden Hausverstand einiger hartnäckiger Verfechter dieses Broterwerbs, blieb das Wissen zumindest teilweise erhalten. Das Interesse an dem traditionellen Handwerk und den aus Harz erzeugten Produkten, stieg wieder. Diese Entwicklung blieb auch weit über die Grenzen des Landes hinaus nicht unbeobachtet und gipfelte darin, dass die Pecherei im südlichen Niederösterreich 2011 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Just in einer Zeit, in der Robert Rendl zunehmend den Sinn seines bisherigen Berufslebens zu hinterfragen begann.

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