Pater Wallner, © Kurt Pinter

Oase des Andersseins

Das Stift Heiligenkreuz und
seine singenden Mönche

Kaum 19 war Karl Wallner, als er sich entschied, ins Stift Heiligenkreuz einzutreten. „Die singen dort gregorianische Gesänge und sterben bald aus“, warnte ihn sein Heimatpfarrer. Doch es kam ganz anders:

Das mittelalterliche Kloster im idyllischen Wienerwald gilt heute als das jüngste und größte in Europa.

„Wie viele Mönche gibt es hier noch?“ Diese Frage hörte Pater Karl Wallner jahrelang von fast jedem, der das im idyllischen Wienerwald gelegene Stift Heiligenkreuz besuchte. „Und es klang immer so, als wären wir Mönche so etwas wie Dinosaurier – eigentlich schon längst ausgestorben.“ Auch heute gehört diese Frage bei Führungen durch die Klosteranlage zu den am häufigsten gestellten – jedoch mit einen auffälligen Unterschied: Das „Noch“ am Ende fehlt. Man spürt wohl einfach, dass man es hier eben nicht mit einem sterbenden Kloster zu tun hat, das Mühe hat, neue Mönche anzuziehen. 

Im Gegenteil: Bei aller mystischen Stille, die die fast 900 Jahre alte Zisterzienserabtei ausstrahlt, wuselt es geradezu im Hof und vor der benachbarten Hochschule. Und so bestätigt denn auch der Pater: „Wir verzeichnen einen Boom an Berufungen. Und nach dem Ausbau unserer Hochschule zu einem modernen Campus sind wir auch die größte Priesterausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Oder anders gesagt: Bei uns läuft’s!“