Maria Hochzeitstaferl

Maria Hochzeitstaferl

In Maria Taferl ist die große Liebe zuhause; der Wallfahrtsort im Nibelungengau ist seit Jahrhunderten erste Adresse für Verliebte und Verlobte, um in den Stand der Ehe zu treten. Der Ausblick ist atemberaubend, das Ambiente wie gemalt: Kein Wunder, dass die Basilika und der Ort zu den beliebtesten Hochzeitslocations Österreichs zählen.

29. Januar 2019

Lesezeit: 10 Minuten

Maria Hochzeitstaferl

„Ich glaube nicht, dass es einen besseren Ort zum Ja-Sagen gibt. Schauen Sie sich doch mal um. Das ist halt einfach wirklich schön“

Maria Hochzeitstaferl
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Maria Hochzeitstaferl

„Weddingplaner? Das Wichtigste ist, dass alles von Anfang an bis ins kleinste Detail geplant ist“

Maria Hochzeitstaferl

Jahrhundertealte Geschichte


Wie die Basilika Maria Taferl gegründet wurde, erzählt eine alte Legende: 1633 und 1642 fanden zwei Wunderheilungen bei einer Kreuzeiche oberhalb von Marbach an der Donau, im heutigen Maria Taferl statt. Außerdem erzählte man sich von wundersamen Sternerscheinungen und Engelsprozessionen. Steht man hier oben, möchte man fast daran glauben. Heute jagt hier ein Postkartenmotiv das nächste: Der Blick von der Terrasse auf die prächtige Donau, die sich ihren Weg durch den Nibelungengau bahnt. Die ehrwürdige Basilika, deren Fresken golden von den Wänden strahlen. Und natürlich die für Wallfahrtsorte typischen Stände, die mit ihren Marienbildern, Windrädern und Lebkuchenherzen die Augen von Jung und Alt zum Strahlen bringen.

Zwei Hochzeitsexpertinnen erzählen

Marie Schachner richtet von April bis Oktober jedes Wochenende bis zu drei Hochzeiten aus und Barbara Braun kreiert den geheimen Star jeder Feier, die Torte. Die beiden Freundinnen haben aus dem Nähkästchen geplaudert – und dabei ein paar Tipps für zukünftige Ehepaare verraten.

Keine 100 Meter ist das Hotel Schachner von der Basilika entfernt. „Unser Haus ist quasi so alt wie die Basilika“, erzählt die Junior-Chefin Marie Schachner mit Söhnchen Valentin am Arm. „Also zirka 500 Jahre“, erklärt sie stolz. 2011 ist die Tochter einer deutschen Bier-Dynastie der Liebe wegen ins Weinland Niederösterreich gezogen und hat sich hier gleich noch einmal verliebt: „Maria Taferl ist ein Wohlfühlort. Das spürt man gleich, wenn man ankommt. Es ist ein wunderbares Stück Erde.“

Heiraten ist Familiensache


„Am Hochzeitstag soll halt alles perfekt sein. Und Perfektionismus braucht Zeit. Und Erfahrung und viele helfende Hände.“ Wie gut, dass die Hochzeitsplanerin auf ziemlich viele helfende Hände zurückgreifen kann. Bei der wöchentlichen Familienbesprechung werden alle Details zu den bevorstehenden Hochzeiten geklärt, anschließend die Mannschaft gebrieft und ab dann steht dem perfekten Hochzeitstag nichts mehr im Weg. In 4. Generation verwöhnen die Schachners ihre Gäste nun schon. „Mit meiner Schwiegermama hab‘ ich eine neue Freundin bekommen. Wir leben, arbeiten und lachen viel gemeinsam. Und die Urlioma kümmert sich untertags um die Buben. Bei drei Kindern ist ein Familienbetrieb ein Segen.““, erzählt Marie Schachner.

Der perfekte Tag

Nach dem Aperitif im 10.000 m2 großen Garten mit Nuss- und Kastanienbäumen begibt sich die Hochzeitsgesellschaft in den wunderschön geschmückten Festsaal; riesige Panoramafenster geben den Blick übers Donautal und weit ins Alpenvorland bis hin zum Ötscher frei. Hier wird dann auch das Hochzeitsmenü serviert. Mit welchem Menü man bestimmt nichts falsch machen kann? „Die Klassiker sind gebackene Landhendlbrust, rosa gebratenes Beiried mit Pfeffersauce und unsere Hochzeitssuppe, das ist eine Tafelspitzrindssuppe mit Grießnockerln, Leberknöderln und Frittaten. Die bestellt fast jeder“, erzählt die Juniorchefin. Bis in die frühen Morgenstunden kann man danach feiern, denn der Kaiserhof kann exklusiv gemietet werden und bietet mit seinen 30 Zimmern – jedes davon mit Blick auf die Donau – genug Platz und Privatsphäre für den schönsten Tag im Leben.

Maria Hochzeitstaferl

„Am Hochzeitstag soll halt alles perfekt sein. Und Perfektionismus braucht Zeit. Und Erfahrung und viele helfende Hände"

Weddingplanner?

Den braucht man dank Frau Schachner nicht. „Das Wichtigste ist, dass alles von Anfang an bis ins kleinste Detail geplant ist“, erzählt sie. „Das heißt bei uns: Es gibt Besprechungen mit dem Restaurantchef, dem Koch, dem Hotelchef und natürlich immer mit mir.“ Denn der hauseigene Service geht noch viel weiter. Vorschläge für Make-Up, Fotografen, Konditoren und Musiker hat Marie Schachner immer parat: „Die besten Adressen bekommen die zukünftigen Eheleute von uns!“.

Der Star jeder Hochzeit

Die beste Anlaufstelle für Hochzeitstorten ist Barbara Braun mit ihren sagenhaften Tortenkreationen. In ihrem neuen Café Braun in der Melker Fussgängerzone werkt sie voller Elan: sie gibt Bestellungen beim regionalen Marillen-Lieferanten des Vertrauens auf, bereitet der älteren Dame, die jeden Tag vorbeischaut einen Kaffee zu und packt so nebenbei den Laufkundschaften noch Mehlspeisen ein – ein Lächeln gibt es immer obendrauf – der Schmäh und das Geschäft rennen. Nahe am Kunden sein, Feedback bekommen und sehen, wie sich die Leute über ihre Kreationen freuen – das freut sie. „Beim Reden kommen die Leute ‘zsamm“, lacht sie und reicht einem Kunden das Sackerl mit ihren berühmten Schaumrollen über die Theke. Darum ist für sie der erste Schritt zur perfekten Hochzeitstorte ein Gespräch. „Dazu sollen die Brautpaare gleich alles mitnehmen, was es bereits zur Hochzeit gibt. Also Einladungen, Blumenwünsche, Farbschema – na alles halt.“ 


Maria Hochzeitstaferl

„Die meisten Paare wünschen sich erst einmal eine schlichte, weiße Torte. Aber raus gehen sie dann mit etwas ganz anderem“

Ins Handwerk gebacken

Verkosten und bestaunen kann man Hochzeitstorten im Schauraum des Stammhauses in Marbach an der Donau. Hier ist sie aufgewachsen – und ins Handwerk reingewachsen. Denn auch Barbara entstammt einer Familiendynastie. Ihr Urgroßvater gründete 1912 die Konditorei. Und auch wenn sie schon immer wusste, dass sie den Betrieb übernehmen will, war der Konditorin immer klar, dass sie die Lehrjahre woanders verbringen möchte. „Man kann sich nur weiterentwickeln, wenn man die Nase raushält“, sagt sie. Darum lernte sie bei den Besten. In London, Österreich und Italien.

Im Schauraum bekommt man eine konkrete Vorstellung, welche Farbkombinationen wie wirken, wie groß eine große Torte wirklich ist und was bei den Arrangements möglich ist. „Und da geht einiges“, sagt Frau Braun lachend. Was wir nur unterstreichen können: Barbara Braun ist nämlich nicht nur eine hervorragende Konditorin, sie ist erwiesenermaßen eine mindestens genauso gute Designerin, Architektin und Zuhörerin:„Die meisten Paare wünschen sich erst einmal eine schlichte, weiße Torte. Aber raus gehen sie dann mit etwas ganz anderem“, erzählt sie schmunzelnd. Stolz ist sie besonders auf die Auswahl der Zutaten. „Wir verzichten – quasi aber schon immer, also seit 1912 – auf Haltbarmittel und Zusatzstoffe. Was wir regional einkaufen können, das kaufen wir regional. Denn Frische ist in unserem Business das Um und Auf.“

„Ich liebe Hochzeitstorten.“


Der schwierigste Teil beim Zusammenstellen der perfekten Torte ist unbestritten das Innenleben. Ob es dann Preiselbeer-Mohn, Marille-Holunder, Erdbeer-Joghurt oder eine andere der über 20 Varianten wird, führt häufig zu Gesprächs- und Diskussionsstoff. Barbara und ihr Mann haben sich bei ihrer Hochzeit für eine Sachertorte mit Orangenmarmelade und Trüffel-Nougatcreme entschieden, verfeinert mit Orangenlikör. „Dank der Orange war sie nicht zu süß – und was soll ich sagen – den Gästen hat‘s geschmeckt. Zu mehr als kosten bin ich nicht gekommen“, strahlt sie. 


Letzte Trends und gute Ratschläge
Hochzeiten und ihr Erscheinungsbild wandeln sich laut unseren Hochzeitsexpertinnen in circa 3-5-Jahres-Abständen. Trends unterliegen natürlich auch die Hochzeitstorten. Hat Barbara Brauns Urgroßvater noch 1 Meter 50 hohe Torten mit viel Verzierungen aus Zuckerguss gebacken geht der Trend heute hin zu den sogenannten Naked Cakes: Mehrstöckig und ohne Zuckerguss oder Fondant verziert, dafür mit frischem Obst und Staubzucker und echten Blumen dekoriert. Und was rät jemand, der schon hunderten Hochzeitspaaren den schönsten Tag im Leben versüßt hat, jungen Eheleuten? „Man muss sich immer was zu erzählen haben, interessant bleiben für den anderen. Von nix kommt nix.“ Laut Marie Schachner geht der Trend derzeit zu Vintage-Hochzeiten mit bunten Wiesenblumen, verspielten Accessoires und liebevollen Details. Die Paare werden auch wieder jünger. „Schön, dass sich wieder mehr junge Leute trauen“. Und Maries Rezept für eine glückliche Ehe? „Viel Reden. Auch auf sich schauen. Dem Partner Zeit lassen. Und darauf achten, dass man Hürden gemeinsam überwindet und immer wieder den Weg zueinander findet.“

Barbara Braun Hochzeitstorten
Marktstraße 20
3671 Marbach/Donau
Tel: 07413/203
Email: b.braun@cafe-braun.at
Web: http://bb-hochzeitstorten.at/


Kontakt

Der Ort Maria Taferl liegt am Nordufer der Donau. Hier thront die Wallfahrtsbasilika Maria Taferl, Niederösterreichs Landesheiligtum der schmerzhaften Mutter Gottes.

Von dem malerisch auf einer Anhöhe 233 m über der Donau gelegenen Marienheiligtum bietet sich eine grandiose Fernsicht über das Donautal und die Hügellandschaft des Mostviertels bis auf die Alpenkette, die sich in einer Breite von über 300 km vor dem Besucher ausbreitet.

Hotel-Restaurant Schachner

3672 Maria Taferl 24

Tel: 07413/6355

Email: office@hotel-schachner.at
Web: https://www.hotel-schachner.at/

Fotos (wenn nicht anders angegeben): BUERO.BAND/Magda Bauer

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