Barocktage, © Julia Wesely

Der Barock des Herzens

Wie uns die richtige Musik am richtigen Ort zu besseren Menschen macht

Die Internationalen Barocktage Stift Melk, unter der Künstlerischen Leitung von Kammersänger Michael Schade, sind zu einem der spannendsten und schönsten Musikfestivals des Landes herangewachsen.

„Weil wir dort etwas Wunderbares offenbart bekommen ...“

Kammersänger Michael Schade

Kammersänger Michael Schade ist nicht nur einer der berühmtesten Tenöre an den internationalen Opernhäusern, er hat auch seit einigen Jahren ein ganz besonderes Herzensprojekt: die Künstlerische Leitung der Internationalen Barocktage Stift Melk. „Ich bin ja eigentlich Opernsänger und reise ständig durch die Welt, aber dieses Festival ist für mich eine ganz besondere Aufgabe, und Melk ist für mich ein ganz besonderer Ort. Ich habe noch nie jemanden kennen gelernt, der nach Melk gekommen ist, und es nicht als besserer Mensch wieder verlassen hat.“ Warum das so ist? „Weil wir dort etwas Wunderbares offenbart bekommen, was der Mensch mit großer Liebe zum Detail und Hingabe zu Gott geschaffen hat. Man braucht gar nicht an einen Gott zu glauben, um das zu verstehen."

Das Besondere an den Internationalen Barocktagen Stift Melk ist, dass hier Musik in genau der Umgebung erklingt, für die sie erschaffen wurde – und so Kunst und Raum eine ideale Verbindung eingehen, die um so viel mehr ist als nur die Summe ihrer Teile. „Die Barockmusik ist eine wahnsinnig bewegende und mitreißende Kunst.“ Was man sich heute oft gar nicht bewusst ist: In der Zeit, als die so genannte „Alte Musik“ entstand, war es gang und gäbe, dass Musiker beim Spielen von Kadenzen improvisierten, um ihre und ihres Instruments Virtuosität zu demonstrieren. Außerdem standen die Musiker damals durch andere Materialien oft vor technischen Herausforderungen, die eine andere Spielweise erforderten, als wir sie heute gewohnt sind. Schade: „Generell gesehen ist ja die Barockmusik die Wiege von Blues, Jazz und Rock ‚n‘ Roll!“ Dem wird auch beim Festival Rechnung getragen: In der Reihe „OffRoad Barock“ werden barocke Themen aufgegriffen und ganz neu interpretiert.

Stift Melk - Donau und Blick auf Berge, © Niederösterreich-Werbung / Michael Liebert