Achtung: Meckern erlaubt!

140 „kesse Damen“ beherbergt der Ziegenhof von Michael Mandl. Wer ihr Gemecker hautnah kennenlernen will, ist herzlich eingeladen vorbeizuschauen, um Bio-Ziegenkäse zu verkosten, diverse Zusammenhänge zu verstehen und Ruhe zu genießen. Letzteres gibt es gratis dazu.

15. April 2021

Lesezeit: 10 Minuten

Achtung: Meckern erlaubt!

„Das Treiben in der Großstadt mit seinem Lärm, dem vielen Verkehr und das Leben in einer Wohnanlage, wo man nicht einmal weiß, wie der Nachbar heißt – all das war auf Dauer nichts für mich.“

Achtung: Meckern erlaubt!
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Achtung: Meckern erlaubt!

„Es macht mir nichts aus, um vier Uhr morgens aufzustehen, um mit der Stallarbeit zu beginnen. Wer am Bauernhof die Arbeitsstunden zählt, ist fehl am Platz, das Endergebnis zählt.“

Achtung: Meckern erlaubt!

Ihr Fell strahlend weiß, ihr Blick eine Mischung aus frech und aufmerksam, ihr Geschmackssinn rund um die Uhr höchst anspruchsvoll: Michaels Mädels haben am Ziegenhof Mandl definitiv das Sagen und ihren Bauern und Chef fest im Griff. Den diese Tatsache nicht sonderlich zu stören scheint: „Wenn du 23 Jahre mit Ziegen zu tun hast, weißt du genau, in welcher Verfassung jedes einzelne Tier gerade ist, ob es kränkelt, seine Ruhe haben oder spielen will.“ Wie Michael auf die Ziege kam? „Das ist schnell erklärt. Meine Eltern führten in der Buckeligen Welt einen Rinderbetrieb mit Milchkühen und Maststieren. Neben den Nutztieren war der Wunsch nach einem eigenen Tier groß, Ziege Ester zog auf den Hof.“ Entgegen dem Willen seines Vaters war Michael schon bald klar, eine Ziege kommt selten allein. Geheime Ausflüge zum stattlichen Bock in der Nachbarschaft folgten, und wenige Monate später stellte sich erster Nachwuchs ein. „Mein Vater konnte der Idee, mit Ziegen zu arbeiten, anfangs wenig abgewinnen. Doch die Zeichen der Zeit erforderten ein Umdenken. Der Beitritt zur Europäischen Union, steigende Auflagen, sinkende Einnahmen, der Preisverfall von Milch und Rindfleisch machten ein ertragreiches Wirtschaften immer schwerer.“

Bock auf Ziege?
Michaels Mutter war es schließlich, die begann, aus Ziegenmilch köstlichen Käse herzustellen. Ein Geschäft, welches gut anlief. 1998 wurde ein eigenes Konto für die Einnahmen aus den Ziegenprodukten eröffnet, ein Jahr später verließ die letzte Kuh den Hof. Michael ging ebenfalls seinen Weg, seine Ausbildungen führten ihn zuerst nach Wieselburg, später nach Wien. 2012 kam die Diskussion der Betriebsübernahme zutage, und für den jungen Lebensmitteltechnologen war sofort klar, dem Ruf der Heimat zu folgen. „Das Treiben in der Großstadt mit seinem Lärm, dem vielen Verkehr und das Leben in einer Wohnanlage, wo man nicht einmal weiß, wie der Nachbar heißt – all das war auf Dauer nichts für mich.“ So packte er seine Koffer, um sein Leben voll und ganz in den Dienst seiner mittlerweile 140 Ziegendamen zu stellen. Diese werden täglich gemolken, die Milch wird sofort weiterverarbeitet. „Es macht mir nichts aus, um vier Uhr morgens aufzustehen, um mit der Stallarbeit zu beginnen. Wer am Bauernhof die Arbeitsstunden zählt, ist fehl am Platz, das Endergebnis zählt.“ In seinem Fall ist das eine köstliche Palette voll mit feinsten Bio-Produkten aus Ziegenmilch: Ziegenkäsebällchen mit Chili-, Kräuter- oder Kürbiskerngeschmack, Käseröllchen ummantelt mit duftenden Bergwiesenkräutern, feinstes Naturjoghurt, diverse Aufstriche und natürlich Milch. Die Ideen sind innovativ und vielfältig, und den Kunden schmeckt’s. Gemeckert wird also nur auf einer Seite.

Wie alles begann
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Achtung: Meckern erlaubt!
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Wenn Erfolg ausgezeichnet wird
Das erfolgreiche Betriebskonzept wurde 2015 mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Weil der Kreislauf am Ziegenhof Mandl stimmt. Mit dem Bau einer IFS-zertifizierten Hofkäserei wurde eine neue Ära eingeleitet. Die Pasteurisierung der Milch erfolgt durch eine Warmwasserheizung, die mittels eigener Hackschnitzel erhitzt wird, dank der leistungsstarken Photovoltaikanlagen wird mit Sonnenstrom gearbeitet, das Wasser liefert zudem die eigene Quelle, welche gemeinsam mit dem Nachbarn genutzt wird – energieautark leben und unabhängig sein, ist die klare Devise. Das Futter für den wählerischen Ziegengaumen stammt von den eigenen Feldern, Regionalität geht hier eben durch jeden Magen.

Das Leben am Land
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Achtung: Meckern erlaubt!
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Der Weg in die Bucklige Welt

Wer selbst einmal in die Welt der Ziegenmädels von Michael eintauchen möchte, kann dies gerne tun. Am Hof warten ein Hofladen mit direktem Blick in den Ziegenstall und das Ziegenpanorama mit „Goaß-Kino“, das Ziegenstreichelgehege, eine Ziegenmelkstation sowie der Zutaten- und Kräutergarten. Und wer will, kann einfach nur die Ruhe der Natur in der Buckeligen Welt genießen und für einen Moment die Seele baumeln lassen. Doch solche Momente des Glücks sind inmitten dieser idyllischen Landschaft ohnehin kostenlos mit dabei.

Achtung: Meckern erlaubt!

"Wenn du 23 Jahre mit Ziegen zu tun hast, weißt du genau, in welcher Verfassung jedes einzelne Tier gerade ist, ob es kränkelt, seine Ruhe haben oder spielen will.“

Der österreichische Klimaschutzpreis
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Zur Person

Mandl’s Ziegenhof
Am Ziegenhof von Michael Mandl hat man sich ganz der Produktion von frischem Bio-Ziegenkäse verschrieben. Für Lebensmittel mit Geschichte, Persönlichkeit und der nötigen Prise Idealismus. Am Erlebnisbauernhof finden sich zahlreiche Stationen für Groß und Klein, um diese Art der Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erleben. Für seine Leistungen wurde Michael Mandl mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis und dem landwirtschaftlichen Innovationspreis ausgezeichnet.

Mehr Infos auf www.ziegenhof.at

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Text: Sabine Ertl
Video, Audio und Fotos: Daniel Gollner

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