Blick auf Baden vom Beethoventempel aus, © Manfred Horvath

Baden wie die Kaiser

Auf Spurensuche mit Wahl-Badenerin und Fremdenführerin Christine Triebnig-Löffler.

Unter all den Widrigkeiten, mit denen es die römischen Legionäre in der Provinz Pannonia zu tun hatten – Raubtiere, streitsüchtige Barbaren, undurchdringliche Wälder – gehörte das nasskalte Klima zu den gravierendsten. Jupiter sei Dank gab es ein bewährtes Mittel gegen die unfreundliche Witterung: Im kleinen Ort Aquae (zu Deutsch: Bäder!) südlich des Legionslagers Vindobona, dem heutigen Wien, sprudelten heiße Quellen an die Erdoberfläche. Diese wurden von den Römern im dritten Jahrhundert nach Christus in ein Thermalbad eingefasst, das ihnen als wohliges Refugium vor dem ungewohnt kalten Wetter diente. Schön zu wissen, dass die ehemalige Provinz Pannonia – zu der auch der heutige Osten Niederösterreichs zählte – noch immer eine wärmende und wohltuende Zufluchtsstätte bietet: wie einst wird das 36 Grad warme, heilwirkende Schwefelthermalwasser in Aquae in große Becken eingeleitet – nur dass Aquae heute Baden heißt, und die Legionäre Kur- und Sommergästen gewichen sind.

„Die ganze Stadt hat sich rund ums Heilwasser entwickelt.“ 

Christine Triebnig-Löffler über die Anfänge Badens als römische Provinzstadt

„In Baden dreht sich alles ums Wasser“, sagt Christine Triebnig-Löffler. Die Badenerin mit steirischen Wurzeln führt seit 13 Jahren Besucher durch den Thermalort im Wienerwald und versteht es, bei ihren Stadtspaziergängen das enorme Wissen über und die Liebe zu ihrer Wahl-Heimatstadt so zu vermitteln, dass man am liebsten gleich hierher siedeln möchte. „Die ganze Stadt hat sich rund ums Heilwasser entwickelt“, erzählt die Fremdenführerin. „Ohne Heilwasser hätten die Römer hier kein Thermalbad gebaut und Kaiser Friedrich III. Baden im Jahr 1480 nicht zur Stadt erhoben. Im 19. Jahrhundert wären nicht die Habsburger, und mit ihnen nicht Adel, Künstler und wohlhabende Bürger nach Baden gekommen und es wäre heute nicht die Stadt, so wie wir sie kennen und lieben.“

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